"Smart Home ermöglicht jedem Bürger einen riesigen Machtzugang", sagt Sven Gábor Jánszky.

Zukunftsforscher: So verändert Smart Home unseren Alltag

Das „intelligente Haus“ gilt als einer der Wohn-Trends der Zukunft. Doch was bedeutet das konkret? Wie werden wir 2020 leben? Diese Antworten dürften Sie überraschen:

Herr Janszky, wie sehr werden Smart Home-Lösungen unseren Alltag als Verbraucher verändern?
SVEN GÁBOR JÁNSZKY: Die Antwort mag Sie verwundern: Gar nicht!

"Smart Home ermöglicht jedem Bürger einen riesigen Machtzugang", sagt Sven Gábor Jánszky.

“Smart Home ermöglicht jedem Bürger einen riesigen Machtzugang”, sagt Sven Gábor Jánszky.

Treffer, die Einschätzung verwundert uns in der Tat. Schließlich gilt Smart Home als einer der Bereiche, wo die Energiewende für den Verbraucher am meisten Auswirkungen hat.
Das hat er auch. Und genau deswegen wird Smart Home unseren Alltag, also unser Alltagsverhalten, nicht verändern. Zumindest nicht, wenn es zu Ende gedacht ist. Dann passiert ja alles automatisch – vorausgesetzt, ich habe es so eingestellt. Wir werden also nicht anders handeln, aber unsere Häuser und damit ein wichtiger Teil unseres Lebens, werden trotzdem komplett ganz anders gemanagt.

Welche Vorteile von Smart Home sind Ihrer Meinung die wichtigsten?
Dass wir Energie effizienter einsetzen und somit Geld sparen und zwar einiges an Geld. Zudem werden wir ressourcenschonender und damit ökologischer leben – ohne groß etwas anders machen zu müssen. Da sind wir an der Schnittstelle von gutem Gewissen und mehr Komfort. Das sind die großen Versprechen von Smart Home.

Das ist Sven Gábor Jánszky

Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky leitet das Trendinstituts 2b AHEAD in Leipzig. Er wuchs in in Budapest und Chemnitz auf und studierte Journalismus in Leipzig. Sein bekanntestes Buch ist “2020 – So leben wir in der Zukunft”. Aktuelles News bei Twitter unter @janszky.

Welche Bereiche im Haus wird Smart Home besonders stark erfassen?
Da sehe ich drei wichtige Entwicklungen. Für die nächsten drei bis fünf Jahre erwarte ich zunächst einen ganz starken Trend im Bereich von Küchen- und Haushaltsgeräten. Das ist eine Entwicklung, die ja als „Internet of Things“ bekannt ist, dass sich also immer mehr Geräte im Haushalt vernetzen.
Dazu kommt natürlich der Energiebereich. Da sehe ich im Smart Home-Bereich vor allem Zwischenstecker, die miteinander vernetzt sind und ein bequemes oder ebenfalls automatisches An- und Abschalten ermöglichen. Das ist ja die einfachste Form der Intelligenz. Mittelfristig reden wir dann über komplette Smart Houses mit dezentraler Erzeugung, Speichern und dem Elektroauto in der Garage.

Und der dritte Schwerpunkt?
Den sehe ich bei Entertainment-Geräten und Licht. Ich meine damit keine Smart Watches oder die nächste Generation von Tablets, sondern zum Beispiel Tische und Spiegel.

Sven Gábor Jánszky Smart Home

“Leuchtende Tapeten, die Lampen ersetzen und auch die Lichtstimmung regeln.” Jánszky erwartet viele Innovationen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Ein Spiegel als Entertainment-Gerät?
Ja, weil er vernetzt wird und mir über integrierte Bildschirme Informationen oder meinen Social Media-Stream anzeigen kann, während ich morgens Zähne putze. Die gleiche Funktion können Tische übernehmen, die eingelassene Screens haben. Und mit Blick auf 8 bis 10 Jahren reden wir dann über leuchtende Tapeten, die Lampen ersetzen und nicht nur die Helligkeit regeln, sondern auch die Lichtstimmung – und ebenfalls über eingebaute Monitore verfügen. Da wird die OLED-Technologie ganz wichtig, dank der Monitore zu hauchdünnen Folien werden können. OLED ermöglicht auch ganz andere Bildschirmgröße. Das ist ein Riesenmarkt, den Lampen- genauso wie Display-Hersteller angehen – entsprechend schnell wird da etwas vorangehen.

Herr Janszky, gibt es Zahlen, wie schnell der Smart Home-Markt wachsen wird?
Wir gehen davon aus, dass es in 2020 etwas 50 Milliarden vernetzte Geräte geben wird – heute sind es 5 Milliarden. Wir sprechen also von einem Anstieg um den Faktor zehn. 2025 könnten es schon 100 Milliarden sein. Pro Haushalt ist die Entwicklung noch besser zu greifen. 2025 wären das nämlich 60 vernetzte Geräte pro Wohnung. Und jetzt überlegen Sie mal, wie viele intelligente Geräte Sie heute zu Hause haben!

Mit welchen Gefühlen sehen Sie diese Entwicklung? Vorfreunde? Skepsis? Beziehungsweise würden Sie in solch einer „smarten Welt“ leben wollen?
Auf jeden Fall! Und zwar deswegen, weil sie für jeden Bürger die Möglichkeit eines riesigen Machtzugangs bietet, wenn man sich auch nur halbwegs mit den Technologien und Geräten beschäftigt. Macht im Sinne von: Ich kann mehr entscheiden. Ich kann mehr sparen. Ich kann mein Leben stärker so gestalten, wie ich es möchte. Darauf freue ich mich.

FRAGE IN DIE COMMUNITY: Was glauben Sie? Wie sehr wird Ihr Alltag von Smart Home-Lösungen in Zukunft geprägt werden?

Ihre Meinung zählt. Schreiben Sie uns.

  • Manfred
    Manfred:

    KWK hatten bereits Ende der Siebziger Jahre in München
    Bölkow & Angnellie vorgeschlagen. Installiert, dort wo Energie und Wärme gebraucht wird.
    Strom aus Solar-Voltaig zur Wasserstoff- Erzeugung einzusetzen. Dies im gesamten Mittelmeer
    Gebiet zu installieren. Die Energieriesen führten dagegen damals riesige Probleme der Gastransporte ec.ins Feld.
    Ich gratuliere, dass RWE, (die Luft nicht ausgeht), nach so vielen verlorenen Jahren, nun in Innovation investiert ! .
    Meine Frage:
    Die Umwandlung von H²+CO.² in Methangas, wäre nach meiner Meinung eine zeitlich begrenzte Lösung, den CO²-Ausstoß der Kohlekraftwerke in den Griff zu bekommen?!
    Das wäre für das Ruhrgebiet sehr gut, um die dort lagernde Kohle in “monetäre Kohle” umzuwandeln.
    Das müsste Ihrer Ministerpräsidentin, hochgeschätzte Frau Kraft, doch sehr zusagen.

    Die Vorteile Ihrer neuen Ziele lieben auf der Hand:
    Ich denke bei all den technisch noch zu klärenden Fragen, wenn in naher Zukunft dies im großen Stil den Energiebedarf hier in Deutschland insgesamt abdecken kann, dass
    1. der Import von Gas und Öl sich gegen Null reduzieren lässt.
    2. Deutschland ohne große Erdvorkommen, könnte dann autark auf dem Energiesektor werden.
    3. Das sollte das große Ziel werden, eine Selbstversorgung, auch bei unterschiedlich sich zu
    ergebenden Wirkungsgraden.
    4. Wir beginnen eine saubere Welt, was heute gerade in Paris das erklärt Ziel werden soll.
    5. Die Innovation schafft neue Arbeitsplätze,
    6. Weiterentwicklung von Lehre und Ausbildung.
    7. Neue Schanze auf dem Exportmarkt
    Was wollen wir mehr?! Es gibt siel zu tun, packen wir`s an.
    Herzlichst an die neue Innovation in Energie V O R W E G
    mit Grüßen aus Bayern
    Manfred G.

    9. Dezember 2015 | 16:39
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo Manfred, wir haben unsere Experten gefragt. Hier ihre Antwort: Für eine mögliche Methanisierung stehen prinzipiell verschiedene CO2-Quellen zur Verfügung, die aber alle nur mit sehr großem technischen und finanziellen Aufwand erschlossen werden können. Neben dem CO2 aus Biogas, kann auch per Luftzerlegungsanlage CO2 aus der Luft gewonnen werden. Die von Ihnen angesprochene Verwertung von CO2 aus Kraftwerken kommt ebenfalls ins Betracht. In allen drei genannten Fällen wird das CO2 einer Nachnutzung zugeführt, in dem es unter Zugabe von Wasserstoff in künstliches Methan umgewandelt werden kann. Sowohl bei der Methanisierung von CO2 aus Biogas als auch von Kraftwerken ist allerdings eine CO2-Aufbereitung erforderlich. Die Reaktion von Wasserstoff und CO2 zu künstlichem Methan erfolgt mittels eines chemischen Katalysators. Diese Katalysatoren reagieren aber äußerst empfindlich auf Verunreinigungen und Begleitstoffe im CO2, die als sogenannte Katalysatorgifte wirken können und die Wirkungsweise des Katalysators erheblich oder komplett einschränken. RWE hat hierzu ein separates F&E-Projekt durchgeführt, um die Auswirkungen von Katalysatorgiften bei verschiedenen Katalysatormaterialien zu testen. Viele Grüße vom RWE Team

      10. Dezember 2015 | 11:52
  • Joachim
    Joachim:

    “Auf jeden Fall!” – das war ja schon mal die richtige Antwort auf die Frage: “Vorfreunde? Skepsis?” :-)

    Social Media Nachrichten auf dem Spiegel? Wie wenn wir nicht schon genug zugeballert würden. Am besten laufen dort auch die SuperRTL-Soaps oder man schaut den Dschungelcampern morgen beim Kotzen zu. Mein Güte!
    Ach ja: RWE – wie stellt ihr euch denn die Sicherheit in solchen massiv vernetzen Umgebungen vor? Ach, was frage ich. Was spielt das in Zeiten, in denen man schon Barbies zum Spionieren benutzt, noch für eine Rolle? Lasst die pösen Pupen doch rein in mein Schlafzimmer ..
    Viele Grüße von mir

    10. Dezember 2015 | 16:32
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo Joachim, die Datensicherheit und der persönliche Datenschutz sind uns sehr wichtig. Wie sehr, lesen Sie hier: http://www.rwe-smarthome.de/web/cms/de/2857988/home/datenschutz/ VG vom RWE Team

      10. Dezember 2015 | 22:12
    • FB
      FB:

      Leider ist die Antwort auf die Frage zu Sicherheit von SmartHome im häuslichen Umfeld nicht so ganz zutreffend. Der angegebene Link bezieht sich doch eigentlich nur auf Fragen des Datenschutzes im Zusammenhang mit der Benutzung der RWE Webseiten.

      Was aber ist, wenn die SmartHome Sensoren fleißig alle ihre Kenntnisse (und auch die, die sie offiziell nicht aufnehmen) ins Netz posten? Also, zumindest zu Demjenigen, der sie dann gerne auswertet. Welche Datenschutzerklärungen gibt es denn von RWE dazu?

      31. Dezember 2015 | 19:46
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo FB, zunächst ein gutes neues Jahr! Die Datensicherheit bei RWE SmartHome war von Anfang an eines unserer Kern-Anliegen. In die Entwicklung von SmartHome waren daher z.B. die Konzern-Datensicherheit und der Konzern-Datenschutz von RWE stets eng eingebunden. Die RWE Effizienz GmbH als Anbieter und ihre Dienstleister transportieren die Daten für die Steuerimpulse, speichern diese aber nicht. Die bei RWE Effizienz gespeicherten Benutzerprofile unterliegen den strengen Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes. Wir setzen diese strengen Vorgaben und alle anderen relevanten Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zu 100 Prozent um. Damit schließen wir einen unberechtigten Zugriff aus. Wir gewährleisten in allen Bereichen ein Höchstmaß an Sicherheit für Sie. Die RWE Effizienz GmbH nutzt die gespeicherten Benutzerprofile weder für eigene Zwecke, noch gibt sie diese an Dritte weiter.

      Wichtig zu wissen ist auch: Unsere SmartHome Zentrale kommuniziert in Ihrem Zuhause über eine verschlüsselte Funkverbindung mit den zu steuernden Einheiten. Auch wenn Sie die Zentrale von außerhalb steuern und dafür Ihr Smartphone oder einen externen Internetzugang, kommunizieren Sie stets über verschlüsselte Verbindungen mit dem Server der RWE Effizienz. Wir hoffen, die Antworten helfen Ihnen. Weitere Details sonst auch hier in der FAQ-Sektion von SmartHome: http://www.rwe-smarthome.de/web/cms/de/2857140/home/hilfe/ Viele Grüße vom RWE Team

      1. Januar 2016 | 16:50
  • Christian
    Christian:

    Herr Janszky kann ich nur teilweise zustimmen. Ja, es wird definitiv die eine oder andere Neuerung geben, die auch von den Verbrauchern angenommen wird. Doch dass wir in wenigen Jahren über eine Art LED-Tapeten verfügen oder vernetzte Badezimmerspiegel haben, bei denen wir schon früh morgens mit Informationen zugeballert werden, das kann ich nicht ernst nehmen. Abgesehen davon ist ja das eine oder andere bereits möglich. Aber wie bei allen Sachen hängt es dann letztendlich doch an der Nachfrage. Es kommt der Moment an dem man sich als Verbraucher dann doch Gedanken über den Nutzen der Sache macht. Beste Beispiel ist die Google-Brille. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche, dass sich das nicht durchsetzen wird. Klar klingt das erst einmal toll, eine vernetzte Waschmaschine oder gar Kaffeeautomaten zu haben… doch letztendlich fragt man sich dann doch “warum?”. Und welchen Nutzen habe ich dadurch? Warum hat ein Samsung Mobiltelefon ein abgeknicktes Display? Die einzig richtige Antwort ist “weil es geht”. Nicht mehr und nicht weniger. Wir sind offensichtlich an einer Stelle angekommen, an der viel zu oft am wirklichen Nutzen vorbei gedacht wird. Einige Errungenschaften werden definitiv rückläufig sein. Um Himmels Willen… auf einem Smartphone oder Tablet per Augenbewegung Scrollen…? Das war doch klar, dass das nichts wird. Wer will das denn bitteschön. Mal abgesehen von den technisch und physikalisch bedingten Problemen die einem bei solchen Entwicklungen im Weg stehen und das ganze auch ausgereift auf den Markt zu bringen. Viel zu viel werden neue Dinge möglich und es wird sich nur Gedanken darüber gemacht wie und wo man das einbauen kann. Leider viel öfter vollkommen ohne Sinn und Verstand.
    Smarthome ja… aber es heißt nicht ohne Grund Smart. Denn dass muss es bleiben. Technisch ausgereifte und Sinnvoll eingesetzte Lösungen. Nur das wird sich langfristig am Markt durchsetzen und von den Verbrauchern angenommen. Man muss doch nur die Augen öffnen und die letzen 20 Jahre das Marktgeschehen Revue passieren zu lassen.

    14. Dezember 2015 | 10:00
  • Fritz Beyer
    Fritz Beyer:

    Liebe RWE-Redaktion,
    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort über den Jahreswechsel. Auch Ihnen wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2016.
    Erlauben Sie mir aber noch wenige Nachfragen:
    – Welche Art von Steuerdaten werden von Ihnen denn übertragen? Wozu sind diese gedacht? Ich tue mich schwer, dazu Informationen auf Ihren Webseiten zu finden.
    – Wozu speichern Sie Profile? Was enthalten diese und welchen Zweck erfüllen sie?
    – Sind die bei Ihnen gespeicherten und verarbeiteten Daten für den Betrieb eines RWE Smart Homes zwingend notwendig oder ginge es auch ohne diese?
    Vielen Dank im Voraus, Ihr Fritz Beyer

    17. Januar 2016 | 20:14

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