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Mit dem Sonnenhaus die Energiewende meistern

So geht Energiewende! In Freiberg/Sachsen sind zwei energieautarke Wohnhäuser entstanden, versorgt mit Sonnenenergie, gebaut mit Hilfe der RWE-Tochter enviaM.

Es ist der Traum von vielen: Selbstversorgung, Unabhängigkeit von Energiepreisen, gesicherter Wohnkomfort ohne Kompromisse und das Wissen, dabei die Natur zu schonen. In Freiberg stehen seit dem Herbst 2013 zwei energieautarke Häuser, deren Bewohner diesen Traum realisieren konnten. Energieautark bedeutet, dass ein System alles, was es verbraucht, aus eigenen Ressourcen selbst erzeugt. Es funktioniert eigenständig und kann unabhängig betrieben werden.

Intelligent Verschwenden – ohne schlechtes Gewissen

Bei der Strom- und Wärmeerzeugung setzen die beiden mit mit der Unterstützung der RWE-Tochter enviaM erbauten Häuser auf einen kostenfreien und krisensicheren Rohstoff – die Sonne. Dabei wird deren Wärme mittels Solarthermie direkt genutzt, ohne dabei zunächst in Strom umgewandelt zu werden. Sonnenkollektoren auf dem Dach nehmen die Wärmeenergie auf und speichern sie in einem Langzeitwärmespeicher. Im Haus wird sie dann je nach Bedarf zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt.

Auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler werden direkt mit Warmwasser betrieben und sparen so bis zu 80 Prozent Strom im Vergleich zu herkömmlichen Geräten. Insgesamt spart die Nutzung der Solarthermie 60 bis 70 Prozent des Jahresheizbedarfs. Und wenn im Winter einmal länger pausiert, dient ein Holzofen als zusätzliche regenerative Heizquelle.

Die beiden Sonnenhäuser stehen in unmittelbarer Nachbarschaft in Freiberg.

Die beiden Sonnenhäuser stehen in unmittelbarer Nachbarschaft in Freiberg. Bild: Timo Leukefeld

 

Auf dem Dach befindet sich auch eine Photovoltaik-Anlage, die mindestens die Menge Strom produziert, die das Haus selbst für den Eigenbedarf verbraucht. In einem Stromspeicher kann die erzeugte Energie “zwischengelagert” werden und so beispielsweise die Akkus eines Elektroautos am späten Abend aufladen, auch wenn die Sonne längst nicht mehr scheint.

"Lebensraum bauen mit intelligenter Energieversorgung: Wärme, Strom und Mobilität aus Sonne - das ist unser Ziel", sagt Timo Leukefeld

“Lebensraum bauen mit intelligenter Energieversorgung: Wärme, Strom und Mobilität aus Sonne – das ist unser Ziel”, sagt Timo Leukefeld

Der Energieexperte Timo Leukefeld, Bauleiter des Pilotprojekts, wohnt mit seiner Familie in einem der beiden Häuser und erklärt, was ihn an der Arbeit fasziniert: „Häuser zu entwickeln, die sich unabhängig und intelligent selbst mit Wärme, Strom und Mobilität aus der Sonne versorgen, ist für mich nachhaltig. Ich meine damit eine ganz neue Kultur des Energieverbrauchens, die nicht Verzicht bedeutet, davor haben wir ja alle Angst, sondern intelligent verschwenden!“

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Bild: Wolfgang Wittchen

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  • Windmüller
    Windmüller:

    Danke für den schönen Artikel. Wenn ich es noch schwach in Erinnerung habe, hat das ZDF seinerzeit eine halbstündige Doku über das Haus gebracht. Der Wärmespeicher wurde eingemauert, wenn ich mich richtig erinnere, und das Haus hatte eine Fußbodenheizung. An das gezeigte Haus komme ich noch nicht dran. Ich Energieverschwender habe meine Jahresrechnung von RWE erhalten, ich habe doch tatsächlich noch 230 m³ Gas verbraucht.

    20. November 2015 | 18:19
  • jens forschack
    jens forschack:

    Ich möchte unbedingt meine stromkosten senken wie kann mir geholfen werden/solaar?
    forschack

    22. November 2015 | 20:08
  • Florian
    Florian:

    Was kostet den so ein Haus?
    Im vergleich zu anderen Häusern. Bei 8 x 10m sagt man ja ca. 250.000€

    26. November 2015 | 18:11
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo Florian, danke für das Interesse! 400.000 Euro hat das Haus gekostet, was etwa 90.000 mehr sind als bei einem herkömmlichen Bau mit ansonsten gleicher Ausstattung. Amortisiert haben wird es nach 17 Jahren, so die Berechnungen. Viele Grüße vom RWE Team

      27. November 2015 | 15:24
  • Florian
    Florian:

    Können sie diese Berechnungen auch mal zeigen?
    Wie viel Eigenkapital? 400.000€ ohne Grundstück?

    28. November 2015 | 17:18
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo Florian, leider haben wir selbst zu den Zahlen keine weiteren Details. Aber auf http://www.timoleukefeld.de/autarke-gebaeude.html gibt es weitere Infos und auch eine Kontakt-Möglichkeit. VG, schönen Sonntag!

      29. November 2015 | 10:30
  • Detlef Ladewig
    Detlef Ladewig:

    Diese Berechnungen sind ja in Ordnung aber was ist wenn sich alles armortisiert hat Alles schon veraltet und ich muß wieder investieren, was sich nach über 10 Jahren rechnet. Nein Danke! Häuser dämmen war angesagt und jetzt wurde festgestellt, dass es nicht gut für die Substands der Gebäude.

    6. Dezember 2015 | 13:31
  • Windmüller
    Windmüller:

    @ Detlef Ladewig – Ob man ein Haus dämmt, oder sich Kollektoren aufs Dach packt, muss letztlich jeder mit sich ausmachen. Was mich in Deutschland allerdings wundert; Beim Auto wird nie gefragt, “wann es sich rechnet”. Da muss es ein dicker SUV sein. Luftwiderstand wie eine Schrankwand, gut motosrisiert , mit entsprechendem Verbrauch und Kosten. Da spielen Kosten keine Rolle. Beim Haus wird dagegen zum Taschenrechner gegriffen. Ich habe mein Haus dämmen lassen, und würde es immer wieder machen. Der Vorteil liegt nicht mal darin, dass man im Winter weniger heizt. Das fällt erst später auf, wenn die Gasrechnung kommt. Der Vorteil liegt für mich auch darin, dass sich das Haus im Sommer nicht so aufheizt. Ich habe die Schlafzimmer nach Süden raus. Früher hatte man schon mal 25° C im Raum, jetzt sind es noch 20° C. Bei 25 ° schlief man schlecht, und war am nächsten Morgen gerädert. Bei 20° ist alles im grünen Bereich. Dann gönne ich mir lieber so etwas, und spare am Auto.

    6. Dezember 2015 | 20:22
  • Frank
    Frank:

    Meine Dachfläche zeigt ebenfalls genau nach Süden……allerdings sind die Investkosten für mich immer noch zu hoch!

    17. Dezember 2015 | 20:50
  • Johann Glück
    Johann Glück:

    Wir haben ein Sonnenhaus mit einem Pufferspeicher der Firma Jenni aus der Schweiz gebaut. Die Kosten sind nicht soviel höher, die Einsparung fossiler Energie allerdings gewaltig. Zur Zeit verbrauchen zur Warmwasser- und Heizungswärmeherstellung kaum eine Tonne Pellets (ca. 250 €). In diesem Jahr wird es nur eine halbe Tonne sein.
    Wir überlegen, wie wir die im Sommer entstehende überschüssige Wärme nutzen können. Vielleicht gibt es ja dazu Tipps. Im Übrigen im Internet nachzulesen unter “Energiestadtlandplus”.

    24. Dezember 2015 | 09:21
  • Anton
    Anton:

    Da würde ich gern mal ein paar Zahlen sehen. Wie groß und wie teuer ist denn so ein Saisonpufferspeicher für Wärme ? Welche Kapazität muss denn so ein Akku im Keller haben, damit man – ihre Aussage – des nachts, wenn die Sonne nicht mehr scheint, die Akkus des E-Autos aus dem Akku im Keller aufladen kann, und zwar unter Einbeziehung der Umwandlungs- und Übertragungsverluste ? Wie wollen Sie bei Schlechtwetterperioden, in denen die Fotovoltaikkanlage nichts liefert, den Strom für Haus und E-Auto produzieren ? Skepsis ist angesagt, und das sage ich Ihnen bewußt als Eigentümer eines Hauses Baujahr 2015 mit einem berechneten Energiebedarf nahe am Passivhausstandard, als Betreiber einer Fotovoltaikanlage mit Batteriepuffer und als Besitzer eines Elektroautos. Rechnen wir doch mal: Mein Nissan Leaf hat eine be- und entladefähige Batteriekapazität von ca. 22 KwH. Wenn ich den unter Einbeziehung der Umwandlungs- und Transferverluste in der Nacht aus der Hausbatterie mit z.B. 20 KwH aufladen will und zugleich den sonstigen nächtlichen Strombedarf des Hauses decken will, brauche ich eine Lithiumionenbatterie mit ca. 30 KwH ausnutzbarer Kapazität oder eine entsprechende Bleibatterie, letztere müßte dann mind. 50 kWH Gesamtkapazität haben. Am Morgen ist die Batterie dann leer und wie bzw. bis wann wollen Sie die bei schechtem Wetter wieder vollladen ?
    Die geschilderte Voll-Autarkie ist nicht machbar, auch wenn man ein Haus hat, das in seiner Jahresbilanz letztlich mehr Energie produziert, als es verbraucht – in Deutschland haben wir nunmal die Defizitzeit von ca. 15.11. bis ca. 15.02. eines jeden Jahres. Und das Laden eines Elektroautos aus der Hausbatterie in der Nacht in nennenswertem ? Sorry, das ist doch nicht darstellbar.

    27. Januar 2016 | 14:35
    • Die Redaktion für voRWEg gehen
      Die Redaktion für voRWEg gehen:

      Hallo Anton, danke für den ausführlichen Kommentar! Es ist ja von RWE initiiertes Projekt, daher haben wir nicht alle Zahlen. Aber auf http://www.timoleukefeld.de/autarke-gebaeude.html finden Sie weitergehende Infos. Viele Grüße vom RWE Team

      27. Januar 2016 | 14:45

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