This image provided by Google shows a very early version of Google's prototype self-driving car. The two-seater won't be sold publicly, but Google on Tuesday, May 27, 2014 said it hopes by this time next year, 100 prototypes will be on public roads. (AP Photo/Google)

Das Roboterauto wird Realität

Unsere Mobilität verändert sich massiver als je zuvor. E-Mobilität und Carsharing sind nur Vorboten. Die heute noch kaum greifbare, und doch schon sehr konkrete wirkliche Revolution, wird das autonome Fahren sein.

Bereits 2030 könnte jedes siebte Neufahrzeuge komplett autonom fahren – prognostizieren die Berater von McKinsey. Und laut einer Studie von Roland Berger interessieren sich bereits heute mehr als 70% der Deutschen unter 25 Jahren für automatisiertes Fahren. Der Weg zum selbstfahrenden Auto – manche nennen es auch “Roboterauto” – ist vorgezeichnet. Wir beantworten 15 zentrale Fragen – der erste Teil mit den Fragen 1 bis 8 ist bereits vergangene Woche erschienen. Hier folgt der zweite:

9. Brauchen wir überall schnelles Internet, damit das autonome Fahren funktioniert?

Um eine funktionierende Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug und – Stichwort “V2X” – mit der Verkehrsinfrastruktur wie Ampeln oder Verkehrsleitzentralen zu gewährleisten, ist der ultraschnelle Internet-Standard 5G notwendig. Da sind sich die Experten einig. An der Versuchsstrecke auf der A9 wird bereits mit diesem Standard experimentiert.

10. Muss der Mensch jederzeit das Steuer übernehmen können?

Nach derzeitiger internationaler Rechtslage, geregelt durch das Wiener Übereinkommen, muss der Mensch ein autonomes Fahrsystem jederzeit stoppen können. Einen Film zu schauen oder zu schlafen ist für den Fahrer also nicht möglich, solange diese Regeln gelten.

Autonomes Fahren - Pärchen liegt im selbstfahrenden Roboterauto

Sieht entspannt aus, ist aber nach aktueller Rechtslage in Deutschland nicht erlaubt: einen Film zu schauen oder während der Fahrt zu schlummern, bleibt vorerst Fiktion

11. Wenn mein selbst fahrendes Auto einen Unfall verursacht, muss dann ich zahlen oder der Hersteller?

Auch diese Frage muss noch gelöst werden, wenn das autonome Fahren Realität wird. Hier zeigt sich, wie viele verschiedene Branchen – hier zum Beispiel die Versicherungen – bei dem Thema involviert sind.

12. Fahren Computer besser als Menschen?

Computer werden sich immer an die Verkehrsregeln halten, nie zu schnell oder zu langsam unterwegs sein und zu dicht auffahren. Sie reagieren auch in Gefahrensituationen sekundenschnell nach den programmierten Regeln und haben dank Sensoren, Kameras, Radar und Ultraschall eine bessere Verkehrsübersicht als ein menschlicher Fahrer. Die Intuition eines menschlichen Fahrers – der etwa ahnt, dass ein Fußgänger gleich, ohne zu schauen, die Straße überquert – hat das Roboterauto indes nicht.

So ganz ganz alleine fährt so ein selbstfahrendes Auto dann wohl doch noch nicht. Ohne Eingriffe ihrer menschlichen Fahrer hätten zumindest Google-Cars schon den einen oder anderen Unfall verursacht, räumte Projektleiter Chris Urmson in einem Blogeintrag Anfang 2016 ein. Konkret ginge es um 13 Fälle, wo Menschen von sich aus eingreifen mussten, weil es sonst sehr wahrscheinlich gekracht hätte.

13. Was und wie entscheidet ein Computer, wenn sich ein Unfall nicht mehr vermeiden lässt?

Computer treffen keine Entscheidungen, sondern reagieren gemäß Programmierung. Wenn etwa ein kleines Wildtier auf der Straße steht, wird ein Roboterauto es bei entsprechender Programmierung überfahren, statt auszuweichen. Menschliche Fahrer wählen oft reflexartig die andere Möglichkeit und fahren beim Ausweichversuch gegen einen Baum und gefährden sich selbst.

Hier werden auch noch ethische Fragen zu beantworten sein: Was etwa, wenn von links ein Kind auf die Fahrbahn läuft und von rechts ein Rentner. Nur einem kann das Roboterauto noch ausweichen – was wird es tun?

14. Können kriminelle Hacker ein Roboterauto übernehmen?

IT-Experten haben in Testversuchen bereits Autosysteme während der Fahrt übernommen oder Bremsen per SMS ausgelöst. Die Sensibilität der Hersteller für dieses Thema ist geweckt, und alle Entwickler autonomer Fahrzeuge arbeiten auch am Datenschutz. Garantierte Sicherheit gibt es allerdings hier (noch) nicht.

15. Wer hat Zugang zu den Daten und Bewegungsprofilen, die mein Auto über mich sammelt?

So RWE fördert die E-Mobilität

Mit über 4.000 Ladepunkten in ganz Europa zählt RWE zu den größten Anbietern von eCar-Infrastruktur. In zahlreichen Kooperationen, etwa mit Aldi oder auch mit Städten und Regionen wie Amsterdam oder Ruhrgebiet, fördert RWE zudem den Ausbau der Elektromobilität.

Diese Daten dürfen Hersteller beziehungsweise Software-Dienstleister nach geltendem Recht nur zweckgebunden verwenden, also für Betrieb und Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens. Allerdings steht es jeder Person frei, die eigenen Daten freizugeben. Denkbar sind Modelle, bei denen ein Fahrer seine Daten der Autoversicherung zugänglich macht und bei entsprechend vorausschauender Fahrweise dafür einen günstigen Tarif erhält.

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Wenn Sie Teil 1 unseres Artikels verpasst haben, finden Sie ihn hier. Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe des RWE Printmagazins /NEXT, verfasst hat ihn Markus Huth.

Bild: AP Photo/Google

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  • Olaf Braun
    Olaf Braun:

    Hallo,
    Ihr Anliegen des autonomen Fahrens ist ja vom Gedanken recht positiv.

    Beim Gespräch mit den Kollegen beim Geländewagenstammtisch und der Bundespolizei gibt es niemanden, auch ich nicht, der nicht selber fahren möchte und nie autonom fahren würde.

    Autonomes Fahren halten wir für einen Jux/Spaß und ist nicht ernst zu nehmen.

    Mit freundlichem Gruß

    Olaf Braun

    17. Januar 2016 | 10:05
    • Uwe Buchholtz
      Uwe Buchholtz:

      Also ich finde es sehr nervig sich in einer Großstadt von Ampel zu Ampel zu quälen.
      Nachts über eine Landstraße zu fahren finde ich anstrengend.
      Lange Strecken über Autobahn zu fahren finde ich langweilig.
      Ich hoffe, daß das autonome Auto bald kommt.

      19. Januar 2016 | 22:08
  • Kypke
    Kypke:

    Hallo,
    autonomes Fahren wäre mir sehr recht. Sollte es bis 2030 dauern bis das spruchreif wäre, bin ich in einem unkonzentrierten Alter zum Autofahren und freue mich auf das selbstständige Auto.
    mfg U. Kypke

    18. Januar 2016 | 17:14
  • Uwe Buchholtz
    Uwe Buchholtz:

    Autonomes fahren finde ich gut.
    Ich hoffe, das es sehr viel schneller geht als bis 2030.
    Wenn es autonome Autos gibt brauche ich dann noch ein eigenes Auto?
    Ich kann mir dann ja jederzeit ein Auto bestellen, so wie ich mir heute ein Taxi bestellen kann. Dauernd Taxi fahren ist mir aber zu teuer.
    Ein autonomes Auto zu nutzen dürfte aber wesentlich Preiswerter sein.
    Müssen dann noch soviel Autos gebaut werden?
    Welchen Einfluss hat das auf Arbeitsplätze?
    Es gibt die Meinung, dass wir dann nur noch 20% der Autos brauchen die wir heute haben.
    Viele Fragen.

    Wenn es aut

    19. Januar 2016 | 21:57
  • G. Schulten
    G. Schulten:

    Da werden sich einige Kommunen aber umschauen. Wegfall der Blitzer, der Verkehrsüberwachung, Verlust von Arbeitsplätzen in der Verwaltung bzw. Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs. Hat alles Vor- und Nachteile. Obwohl meines Erachtens die Vorteile überwiegen.

    29. Januar 2016 | 07:58

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