Heinkel E-Kabinenroller: Elektro-Käseglocke
„Menschen in Aspik“ oder „Käseglocke": nur zwei von vielen Spitznamen für das ungewöhnliche Kabinenroller-Konzept während des deutschen Wirtschaftswunders. Auszubildenden bei RWE ist jetzt ein Retro-Clou gelungen, sie haben ein rostiges Exemplar von 1961 in ein straßentaugliches Elektromobil verwandelt.
Die Produzenten von Kleinstmobilen wie Heinkel kamen aus dem Flugzeugbau und waren auf Leichtbauweise spezialisiert – optimale Voraussetzungen für ein günstiges, elektrobetriebenes Fahrzeug. Der Elektromotor leistet wie der einstige Einzylinder-Benziner 10 PS. Am alten Platz von Tacho und Uhr blinkt ein moderner Touchscreen. Auf der Rückbank sind 24 Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen untergebracht, und wo früher der Motor mit stolzen 0,2 Liter Hubraum seine Arbeit verrichtete, glänzt nun ein zeitgemäßer Elektromotor. Der bringt die Knutschkugel auf 85 km/h, die Energie der Zellen sollte für eine Ruhrpott-Rundfahrt von 50 Kilometern reichen. Serienreif wird das Heinkel-E-Mobil wohl nicht werden. Dank der lückenlosen Dokumentation, Stichwort Heinkel, kann sich aber jeder begabte Schrauber selbst ein Exemplar bauen.
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